Obere Farb

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Ein geschichtsträchtiges Gemeindehaus! - Wo heute Papier und Akten der Gemeinde Hauptwil-Gottshaus produziert werden, lagerten im 19. Jahrhundert die frisch gefärbten Garne von Johann Joachim und seinem Sohn Johann Jakob Brunnschweiler, beide aus der Färberdorf Erlen stammend. Der 1833 in Lehm (Pisé) erstellte Bau diente als Abspul- und Versandhaus für die vor allem für den Export bestimmten Garne.
Der Durchbruch gelang Vater Johann Joachim Brunnschweiler mit der Einführung der sogenannten "Türkischrotfärberei" im industriellen Verfahren. Vorzüge des neuen Türkischrots gegenüber den aufwendigen Altrot waren vor allem seine hohe Farbintensität, Lichtechtheit und Waschbeständigkeit.

 Gemeindehaus

Gemeindehaus "Obere Farb" (Nr. 13)

 

Dieser Bau stammt vermutlich noch aus dem 18. Jahrhundert und beherbergte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wassergetriebene Kugelmühle zur Verfeinerung des Indigopulvers. Der aus der Pflanze Indigofera oder der Waidpflanze hergestellte Farbstoff "Indigo" war Basisstoff für die damals weitverbreitete Blaufärberei. Mit der Verlegung der Produktion von der "Oberen Farb" in die "Untere Rotfarb" (Nr. 16) im Jahre 1856 richtete Johann Jakob Brunnschweiler darin die Büroräume seiner Firma ein.

Haus

Haus "Am Weiher" (Nr. 15)

 

Nicht immer zierten die Hauptwiler Weiher die idyllische Landschaft rund um Hauptwil. Schon früh wusste man ihre Wasserkraft mit der 1437 erstmals erwähnten Hauptwiler Mühle zu nutzen. Die Familien Gonzenbach und später die Erlener Färberfamilie Brunnschweiler stimmten das aus heutiger Sicht geringe Wasserangebot mit einem raffinierten Kanalsystem auf die Bedürfnisse ihrer Manufaktur- und Industrieanlagen ab. Schliesslich war es das Hauptwiler Wasser, worin der Ruhm der beiden Geschlechter seinen Ursprung nahm.

Hauptwiler WeiherDorfplatz Hauptwil

Hauptwiler Weiher