Textilfabrikation im Sorntal

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Textilfabrikation im Sorntal

Die unternehmungsfreudigen Industriellen Staub, Wälti und Honegger gründeten 1823 im Sorntal eine mechanische Spinnerei. Ausschlaggebend für die Standortwahl war, wie eineinhalb Jahrhunderte zuvor bei den Gebrüdern Gonzenbach, die vorhandene Wasserkraft. Für die Kraftanlagen hoben sie ein Stück talaufwärts einen kleinen Stauweiher aus, der vom Sornbach einerseits und vom Hauptwiler Dorfkanal andererseits gespiesen wurde. Ein Wasserrad trieb über eine vertikale, mit Kegelrädern besetzte Welle, die vom Untergeschoss bis zum vierten Stockwerk reichte, die Transmissionswellen in den einzelnen Fabriksälen. 1826 surrten bereits 7000 Spindeln. Nachdem Heinrich Honegger 1838 seine Miteigentümer ausgekauft hatte, stellte er bis zur Jahrhundertmitte den Betrieb auf Seidenweberei um. Nach weiteren Besitzerwechseln nahm die Firma Brunnschweiler, Fröhlich & Co. 1891 das Geschick der Fabrik in ihre Hände. Christian Brunnschweiler betrieb zusammen mit Samuel Fröhlich seit 20 Jahren eine Buntweberei in Ennenda (Kanton Glarus). 1969 stellte die Firma unter Walter Brunnschweiler den Betrieb ein und verkaufte 1972 an das heutige Textilwerk Sorntal.

Hochbau, errichtet 1823.Standort Spinnerei

Hochbau, errichtet 1823.

 

Textilmuseum

Das heutige Museumsgebäude beherbergte ursprünglich eine Spinnerei. Aus Verwaltungsprotokollen geht hervor, dass darin um die Jahrhundertwende eine Stickerei betrieben wurde, die jedoch nur Verluste einbrachte. In diesem Jahrhundert stand das Gebäude zirka 30 Jahre leer, bevor Walter Brunnschweiler eine Zwirnerei und Spulerei darin einrichtete. Seit einigen Jahren dienen die Räumlichkeiten einem aussergewöhnlichen Textilmaschinenmuseum als authentische Kulisse. Das Museum steht für Gruppen auf Anfrage zur Besichtigung offen.

Spinnereigebäude, erbaut um 1850.

Spinnereigebäude, erbaut um 1850.