Kanal

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Wehr im Ghögg

Wehr im Ghögg

 

Kanal in die Papieri
Für eine grössere mechanische Fabrik, die auch einen stärkeren Kraftantrieb erforderte, bot der Sornbach um die Mitte des 19. Jahrhunderts nun keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Wer unternehmerisch dachte wie der Hauptwiler Johann Jakob Niederer, musste sich einen neuen Standort suchen. Mit gegenseitigem Entgegenkommen und der Garantie Niederers, 100 Arbeitsplätze zu schaffen, überliess ihm die Stadt Bischofszell unentgeltlich den für den Fabrikkanal benötigten Boden, das Bauholz für die Erstellung des Wehrs, sowie - von grösster Bedeutung - das praktisch uneingeschränkte Wasserrecht an der Thur.

 Am Kanal vom Ghögg zur Papierfabrik

Am Kanal vom Ghögg zur Papierfabrik

 

Wehr im Ghögg
Noch vor dem Bau des Fabrikgebäudes im "Brühl" liess Hans Jakob Niederer in den Jahren 1861 bis 1863 die Wasserbauten erstellen. Das etwa 100 Meter breite Thurwehr im Ghögg spies den beinahe 2 Kilometer langen, 5 Meter breiten und 1,8 Meter tiefen Kanal. Ein Gutachten der Firma Rieter lobte die umsichtige und solide Ausführung der Anlagen und bezifferte die potentielle Leistung, die sich aus dem Gefälle und der durchschnittlichen Wassermenge ergab, auf 234 effektive PS. Niederer hatte schon 1865 eine 100 PS Turbine von Escher-Wyss installiert, um die Transmissionen der Webstühle anzutreiben. 1904 wurde das Wehr um 1 Meter erhöht. Seither sind fünf Francisturbinen im Einsatz mit einer Gesamtleistung von ca. 600kW. Mit der kontinuierlichen Umstellung der Maschinen auf elektrischen Antrieb wurden die Turbinen allmählich mit Generatoren gekuppelt.

Standort Kanal