Papierfabrik Bischofszell

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1865 war Niederers imposantes Webereigebäude aus Nagelfluhsteinen fertiggestellt. 60 Arbeiterinnen und Arbeiter erzeugten hier auf 200 Lochkarten-Webstühlen nach dem Patent von Joseph-Marie Jacquard Stoffe mit eingewobenen Mustern. 1911 stellte die Jacquardweberei den Betrieb ein, doch hatte man seit 1887 auch die Verarbeitung von Holzstoffen vorangetrieben, aus welchen Vorstufen 1896 die "Karton- und Papierfabrik Laager" hervorging. Die neue Firma belieferte vor allem die Stickereiindustrie mit Wickelkartons, stellte aber auch Täfer-Karton, Biertellerpappen und Tortenteller her. War die Produktion während des Ersten Weltkriegs durch Ausfuhrverbot, Preisvorschriften und Kohlerationierung eingeschränkt, so brachte die Zwischenkriegszeit einen enormen konjunkturellen Aufschwung.

Papierfabrik mit Kanal

Papierfabrik mit Kanal

 

Die rege Nachfrage und zu geringe Leistungsfähigkeit der bisherigen Papiermaschine liessen im Jahr 1927 den Entscheid reifen, eine neue Papiermaschine anzuschaffen. Für die im folgenden Jahr fertig installierte Papiermaschine PM1 errichtete die Firma A. Jsler aus Sulgen die stützenfreie Maschinenhalle mit dem angrenzenden Flachdachanbau als Rollenlager. 1991 wurde die PM1 stillgelegt. 1997 erwarb der "Verein Historische Papiermaschine" Gebäude und Maschine und unterzog beides einer gründlichen Renovation.

Halle der PM1

Halle der PM1

 

Die PM1 steht für einen Innovationsschub, den die "Carton- und Papierfabrik Laager," wie sie seit 1912 hiess, in den späten zwanziger und dreissiger Jahren erfuhr. Neben dem alten Webereigebäude und der Kartonfabrik signalisierte schon die neue, ziegelrote Papiermaschinenhalle mit ihren aussen liegenden Betonbindern den Aufbruch. Zur gleichen Zeit wurde ein neues Maschinenhaus und neue Lagergebäulichkeiten für die Rohstoffe und das fertige Papier erstellt. Die zuvor im ganzen Betrieb verstreuten Büros fasste man im ersten Obergeschoss der ehemaligen Weberei zusammen. Hier sind Grossraumbüro, Raum für den Bürochef, Direktionsbüro und Besprechungszimmer mit ihrer sorgfältigen Ausstattung bis heute weitgehend original erhalten.

Blick auf die Papierfabrik von der Stadt Bischofszell aus Standort Bischofszell

Blick auf die Papierfabrik von der Stadt Bischofszell aus